Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH
Billrothstraße 78
1190 Wien

Die zunehmende Bildschirmzeit belastet die Augen erheblich und kann trockene Augen, Kurzsichtigkeit und Netzhauterkrankungen fördern – besonders kritisch für Kinder und Jugendliche, deren Augen sich noch entwickeln.
Trockene Augen entstehen, weil beim Blick auf Bildschirme seltener und oft unvollständig geblinzelt wird. Dadurch werden die Meibom‘schen Drüsen, die für die Fettschicht des Tränenfilms verantwortlich sind, zu wenig stimuliert und können verstopfen. Weitere Ursachen sind u.a. rheumatische Erkrankungen, hormonelle Veränderungen, Diabetes, Staub, Kosmetika oder Hauterkrankungen. Die Folge ist das Sicca-Syndrom mit Symptomen wie Brennen, Müdigkeit, Fremdkörpergefühl, geschwollenen Lidern, Lichtempfindlichkeit und schwankender Sehschärfe. Unbehandelt kann es zu Lidrandentzündungen, Infektionen bis hin zu Hornhautrissen kommen. Behandelt wird mit individuell abgestimmten Augentropfen, Lidrandmassagen und Hygiene. Bildschirmpausen, gute Beleuchtung, frische Luft und reduzierte Bildschirmzeit entlasten zusätzlich.
Kurzsichtigkeit im Kindesalter entsteht durch ein zu lang gewachsenes Auge. Intensive Naharbeit und Smartphone-Nutzung erzeuge weitere Wachstumsreize, da das Auge ständig akkommodieren muss. Fehlende Pausen und wenig Tageslicht erhöhen das Risiko weiter, besonders bei familiärer Vorbelastung. Viel Zeit im Freien, regelmäßige Unterbrechungen von Naharbeit und gute Lichtverhältnisse wirken entgegen. Augenärzt*innen können früh Veränderungen erkennen und eine Brille verordnen. Bei schnell zunehmender Kurzsichtigkeit helfen spezielle Brillengläser oder Tropfen, die die sog. Akkommodation hemmen. Daher sind jährliche Kontrollen bis zum Abschluss des Augenwachstums wichtig.