Ausgezeichnete Behandlungserfolge der neuen Alzheimertherapie nach einem Jahr

Seit rund einem Jahr steht in Europa eine neue Therapie für Patient*innen mit früher Alzheimer-Erkrankung zur Verfügung: die sogenannte Anti-Amyloid-Antikörper-Behandlung. Sie setzt gezielt am zentralen Krankheitsmechanismus an und kann den Verlauf der Erkrankung deutlich verlangsamen. In Österreich war das Memory Center im Rudolfinerhaus das erste und ist europaweit nach wie vor eines der wenigen Zentren, welches diese innovative Infusionstherapie anbieten kann.

Ermutigende Erfahrungen nach einem Jahr

Unser Fazit nach dem ersten Jahr ist erfreulich: Die bisher behandelten Patient*innen vertragen die Therapie sehr gut. Mögliche Nebenwirkungen traten in unserer bisherigen Erfahrung selten auf. Die Behandlung ist zwar aufwendig und erfordert regelmäßige Infusionen, MRT-Kontrollen und eine engmaschige ärztliche Betreuung, zeigt bei geeigneten Patient*innen jedoch vielversprechende Ergebnisse.

Eindrucksvolles Praxisbeispiel

Besonders eindrucksvoll ist der Verlauf von einem unserer Patienten, der mit Donanemab behandelt wurde. Bereits nach sieben Infusionen im Abstand von jeweils vier Wochen zeigte die PET-Untersuchung eine deutliche Reduktion der Amyloid-Ablagerungen im Gehirn – und damit einige Monate früher als erwartet.

Ein bei der Diagnosestellung deutlich erhöhter Wert von über 100 sank auf 14 und lag damit sogar unter dem klinisch relevanten Grenzbereich – also unter dem Normwert von 24, wo Alzheimer überhaupt diagnostiziert wird. Ohne Therapie wäre der Wert weiter gestiegen. Gleichzeitig blieb der Patient über den gesamten Zeitraum kognitiv stabil und berichtet subjektiv sogar von Verbesserungen, insbesondere bei der Wortfindung.

Da das angestrebte Therapieziel bereits früh erreicht wurde, wird nun geprüft, ob die Behandlung auf einzelne Erhaltungsdosen reduziert und der Schwerpunkt auf regelmäßige Kontrollen gelegt werden kann.

Entscheidend ist die frühe Diagnose

Die neue Therapie kommt vor allem für Patient*innen infrage, bei denen sich die Erkrankung noch in einem frühen Stadium befindet. Deshalb ist es wichtig, zunehmende Gedächtnis-, Wortfindungs- oder Orientierungsprobleme nicht einfach als normal abzutun, sondern frühzeitig ärztlich abklären zu lassen. Je früher eine Alzheimer-Erkrankung erkannt wird, desto eher besteht die Möglichkeit, therapeutische Erfolge zu erzielen.

Die Diagnostik durch Expert*innen ist im Memory Center im Rudolfinerhaus jederzeit möglich.

Ein wichtiger Schritt – aber keine Heilung

Die neuen Antikörpertherapien markieren einen wichtigen Fortschritt in der Alzheimer-Behandlung. Sie können die Amyloid-Belastung im Gehirn deutlich reduzieren und bei geeigneten Patient*innen den Krankheitsverlauf bremsen. Eine Heilung der Alzheimer-Erkrankung ist damit allerdings noch nicht erreicht. Zudem erfüllt nur ein Teil der Patient*innen die Voraussetzungen für eine solche Therapie.

Nach einem Jahr sind unsere ersten Erfahrungen dennoch sehr ermutigend: Die Therapie wird gut vertragen und zeigt bei sorgfältig ausgewählten Patient*innen deutlich positive Effekte. Umso wichtiger sind Aufklärung, Aufmerksamkeit für erste Symptome und eine möglichst frühe, spezialisierte Diagnostik.

Kontakt
Memory Center

+43 1 360 36-5921 Jetzt anrufen

memorycenter@rudolfinerhaus.at E-Mail schreiben

Adresse

Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH
Billrothstraße 78
1190 Wien

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