SCHMERZFREIHEIT – EIN GROSSES ZIEL NACH EINER OPERATION

Schmerzen sind nach einer Operation nachvollziehbar. Es wird Gewebe durchtrennt. Dadurch entsteht ein Schmerzreiz, der bis zum Gehirn weitergeleitet und dort bewusst wird. Trotzdem ist es nicht notwendig, unter Schmerzen zu leiden. Dank der Forschung gibt es immer bessere Möglichkeiten, Schmerzen vorzubeugen und diese zu lindern.

 

SCHMERZERFASSUNG

Damit Ihre Schmerzen rechtzeitig behandelt werden können, werden Pflegepersonen – beginnend im Aufwachraum – Ihre Schmerzempfindung erfragen, in welcher Intensität Sie diese erleben. Dazu verwenden wir eine Skala von 0 –10, wobei 0 „kein Schmerz“ und 10 „der stärkste vorstellbare Schmerz“ bedeutet.

 

 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

  • Teilen Sie der Ärztin/dem Arzt und/oder Ihrer betreuenden Pflegeperson unbedingt mit, ob und welche Erfahrungen Sie mit Schmerzmedikamenten (gute/schlechte oder Unverträglichkeiten) gemacht haben.
  • Melden Sie sich bei Zuständen wie Übelkeit oder Verstopfung! Das sind bekannte Nebenwirkungen von manchen Schmerzmedikamenten. Diese können durch zusätzliche Maßnahmen oder Therapien erheblich gemindert werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer betreuenden Pflegeperson darüber.
  • Wenn Sie das Gefühl haben, nicht entspannt durchatmen oder sich bewegen zu können, melden Sie das Ihrer betreuenden Pflegeperson. Auch hier kann ein Schmerzmedikament helfen.
  • Es ist wichtig, dass Sie nach einer Operation möglichst wenig Schmerzen haben, weil Sie sich dadurch besser bewegen und durchatmen können. Damit wird möglichen Komplikationen wie z.B. Lungenentzündung, Thrombose u.a.m. entgegen gewirkt.

 

 

WAS KÖNNEN SIE TUN, UM SCHMERZEN VORZUBEUGEN?

  • Stufen Sie Ihre Schmerzstärke selbst ein und teilen Sie Ihre Schmerzempfindung der Ärztin/dem Arzt oder Ihrer Pflegeperson mit. Sollten Schmerzen beginnen, nicht ausreichend gelindert sein oder immer stärker werden, wenden Sie sich an Ihre betreuende Pflegeperson.
  • Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig nach einem festen Zeitplan – auch in schmerzfreien Phasen – ein. So ist ein gleichbleibender Medikamentenspiegel im Körper gewährleistet, der für eine dauerhafte Schmerzlinderung notwendig ist. (Dies gilt auch für Infusionen.)
  • So können auch weitere Therapien wie z.B. Krankengymnastik von Ihnen schmerzarm durchgeführt werden. Das trägt dazu bei, dass die Genesung nach der Operation beschleunigt wird.
  • Sie selbst können die Intensität Ihrer Schmerzempfindung beeinflussen, indem Sie sich durch z.B. Lesen, Fernsehen oder durch das Denken an schöne Erlebnisse ablenken. Hilfreich kann dabei der Besuch von Angehörigen oder Freunden sein.

 

 

WAS GIBT ES SONST NOCH FÜR MÖGLICHKEITEN SCHMERZEN ZU LINDERN?

  • Lage- und Positionsveränderungen können sich positiv auf Ihre Schmerzempfindung auswirken.
  • Kälteanwendungen können auch dazu beitragen, Schmerzen weniger stark zu spüren.

 

Ihre betreuende Pflegeperson wird gemeinsam mit Ihnen die für Sie geeigneten Maßnahmen überlegen.

 

Wichtig ist, dass Sie sich selbstverantwortlich und aktiv an der Schmerzlinderung beteiligen. Denn gemeinsam mit Ihren betreuenden Pflegepersonen und Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelndem Arzt kann das bestmögliche Ergebnis für Sie erreicht werden.

 

Haben Sie noch weitere Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an Ihre Pflegeperson.

 

Literatur:
/1/ Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (Hrsg.). (2011). Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen. 1. Aktualisierung, Schriftenreihe des DNQP, Osnabrück
/2/ Kröner-Herwig, B., Frettlöh, J., Klinger, R. & Nilges, P. (Hrsg.). (2011). Schmerzpsychotherapie: Grundlagen – Diagnostik – Krankheitsbilder – Behandlung. (7. Auflage). Heidelberg: Springer.

 

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