Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH
Billrothstraße 78
1190 Wien

Für Menschen mit Diabetes sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen essenziell, da erhöhte Blutzuckerwerte die Netzhaut schädigen können – oft lange bevor Symptome auftreten. Eine erste Untersuchung sollte kurz nach der Diabetesdiagnose erfolgen, danach jährlich oder nach Empfehlung der Augenärzt*innen. Zur Beurteilung werden immer pupillenerweiternde Tropfen benötigt. Bei akuten Beschwerden wie Sehverschlechterung, Verschwommensehen, „Rußregen“, Gesichtsfeldausfällen oder starken Schmerzen ist eine sofortige Untersuchung erforderlich.
Die Augenheilkunde spielt auch für die internistische Betreuung eine wichtige Rolle: Der HbA1c-Wert allein zeigt nicht verlässlich, ob die Netzhaut belastet wird. Entscheidend sind tägliche Blutzuckerschwankungen, die zu Gefäßschäden führen können. Da die Augenärzt*innen die Gefäße direkt beurteilen können, liefern sie wichtige Hinweise auf die Qualität der Blutzuckereinstellung und den Zustand des gesamten Gefäßsystems.
Die diabetische Retinopathie ist eine häufige Komplikation. Schlechte Blutzucker- und Blutfettwerte sowie Bluthochdruck fördern Gefäßschäden, die unbehandelt bis zur Erblindung führen können. Zusätzlich kann ein Makulaödem entstehen. Schäden können mittels Augenhintergrunduntersuchung, Netzhautfoto und OCT festgestellt werden. Man unterscheidet zwischen non-proliferativer und proliferativer Retinopathie, bei der krankhafte Gefäßneubildungen auftreten und schwere Komplikationen wie Blutungen oder Netzhautablösungen verursachen können.
Wichtigste Maßnahme ist die Prävention durch gute Stoffwechseleinstellung. Tritt dennoch eine Retinopathie auf, können Laserbehandlungen schlecht durchblutete Netzhautareale veröden und Gefäßneubildungen eindämmen. Ein diabetisches Makulaödem wird mittels IVOM-Injektionen behandelt. Beide Therapien werden im Rudolfinerhaus durchgeführt.