Von der Entstehung einer Thrombose kann man in unterschiedlichen Situationen betroffen sein. Es ist wichtig vorzeitig Auswirkungen einer Thrombose zu erkennen und dem Auftreten einer Thrombose vorzubeugen.

 

WIE ENTSTEHT EINE THROMBOSE?

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, das die Vene verstopft. Zu den Ursachen zählen:

  • Eine Verlangsamung des Blutflusses in den Venen durch Bewegungsmangel (z.B. bei Bettruhe, Gipsverband, Schonhaltung) oder durch Flüssigkeitsverlust (z.B. bei anhaltendem Durchfall und Erbrechen)
  • Eine Veränderung oder Schädigung der Gefäßwand (z.B. altersbedingt, durch Verletzungen, Operationen, Venenentzündungen)
  • Eine Veränderung der Zusammensetzung des Blutes nach großen Operationen, bei Blutgerinnungsstörungen oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente

 

Am häufigsten entwickelt sich eine Thrombose in den tiefen Bein- und Beckenvenen.

 

WIE ERKENNEN SIE EINE THROMBOSE?

Erstes Anzeichen einer Thrombose ist eine Schwellung, die plötzlich und einseitig auftritt. Zusätzlich kommt es oft zu Schmerzen, einem Wärmegefühl und einer Rötung oder bläulichen Verfärbung der Haut.

Eine Thrombose kann aber auch ohne Beschwerden ablaufen!

 

FOLGENDE WESENTLICHE FAKTOREN KÖNNEN DAS AUFTRETEN EINER THROMBOSE BEGÜNSTIGEN:

  • Alter über 60
  • Bewegungseinschränkung länger als drei Tage
  • Länger andauernde, größere Operation
  • Übergewicht
  • Früher durchgemachte Thrombosen oder Thrombose bei nahen Angehörigen
  • Tumorerkrankungen
  • Krampfadern oder Venenentzündungen
  • Schwangerschaft und Wochenbett
  • Einnahme von Hormonersatzmedikamenten oder östrogenhaltigen Verhütungsmitteln

 

KOMPLIKATIONEN UND LANGZEITFOLGEN EINER THROMBOSE

Bei einer tiefen Beinvenenthrombose können sich Teile des Gerinnsels lösen und ein Gefäß in der Lunge  verschließen (Lungenembolie). Eine unbehandelte Thrombose kann aber auch die Gefäßdurchblutung chronisch verändern und die Venen dauerhaft schädigen. In Folge können an dem betroffenen Bein chronische Schmerzen, Schwellungen, Hautentzündungen und sogar Hautgeschwüre entstehen (postthrombotisches Syndrom).

 

WAS KÖNNEN SIE GEGEN DAS AUFTRETEN EINER THROMBOSE TUN?

BEWEGUNG

Nach Operationen oder Bettlägerigkeit empfiehlt es sich, sich so früh wie möglich wieder zu bewegen. Gehen fördert den Blutfluss in den Venen und ist somit die wichtigste Maßnahme gegen das Auftreten einer Thrombose!

Zusätzlich können Sie mit speziellen Übungen für Füße und Beine die „Muskel-Venen-Pumpe“ aktivieren. Ihre betreuende Pflegeperson und die MitarbeiterInnen der Physikalischen Medizin und Rehabilitation werden Ihnen gerne mögliche Übungen (Fußwippen, Zeheneinkrallen, Fußkreisen) zeigen.

TRAGEN VON ANTITHROMBOSESTRÜMPFEN

Korrekt angepasste medizinische Strümpfe verstärken den Effekt der „Muskel-Venen-Pumpe“. Um eine optimale Wirkung beim Tragen der Strümpfe zu erzielen, empfiehlt es sich folgendes zu beachten:

  • Bevor Sie die Strümpfe anziehen, lagern Sie die Beine 15 Minuten hoch, um die Venen zu entstauen. Ziehen Sie dann die Strümpfe im Liegen an.
  • Die Strümpfe sollten faltenfrei anliegen und müssen exakt passen, um Abschnürungen zu vermeiden. Ihre Pflegeperson wird die für Sie richtige Größe abmessen.
  • Tragen Sie die Strümpfe rund um die Uhr, insbesondere auch nachts, weil die beste Wirkung im Liegen erzielt wird.
  • Ziehen Sie die Strümpfe mindestens einmal täglich aus, um Ihre Haut zu begutachten, weil es besonders im Fersen- und Knöchelbereich zu Rötungen und Druckstellen kommen kann.
  • Die Tragedauer richtet sich nach Ihrer individuellen Situation. Bitte fragen Sie Ihre Pflegeperson oder Ihre Ärztin/Ihren Arzt.
  • Zum selbstständigen Anziehen der Strümpfe können Hilfsmittel wie z.B. Gleitstrümpfe angewendet werden.

 

Die Strümpfe ersetzen nicht die Bewegungsübungen!

 

ATMUNG

Atmen Sie mehrmals täglich tief ein und aus. Bei einer tiefen Atmung entstehen einerseits ein Saugeffekt (Einatmen) und andererseits eine Druckerhöhung (Ausatmen) im Bauchraum, wodurch der Blutrückfluss Richtung Herz angeregt wird (Druck-Saug-Pumpenwirkung der Atmung). Ihre betreuende Pflegeperson und die MitarbeiterInnen der Physikalischen Medizin und Rehabilitation werden Ihnen gerne Übungen zur Verbesserung der Atemfunktion zeigen.

AUSREICHENDE FLÜSSIGKEITSZUFUHR

Das Trinken von 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag (z.B. Wasser oder ungesüßter Tee) bewahrt Ihren Körper vor Austrocknung und verbessert so den Blutfluss in den Venen.

MEDIKAMENTÖSE THROMBOSEPROPHYLAXE

In einigen Situationen wird Ihnen Ihre Ärztin/Ihr Arzt zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen eine medikamentöse Therapie in Form von Spritzen oder Tabletten verschreiben.

 

Haben Sie noch weitere Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an Ihre Pflegeperson.

 

Literatur:
/1/ Dougherty, L. & Lister, S. (2015). The Royal Marsden Manual of Clinical Nursing Procedures (9th edition). Oxford: Blackwell Publishing.
/2/ Mattes, M. (2015). Thromboseprophylaxe im Akutspital mit dem Fokus auf nichtmedikamentöse pflegerische Prophylaxemaßnahmen. Forschungspraktikumsarbeit Rudolfinerhaus, Universität Wien, Wien.

 

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