Bei einer geplanten Operation ist ein guter Informationsstand über die Zeit vor, während und nach der Operation ein wesentlicher Bestandteil einer Operationsvorbereitung.

 

AM TAG DER OPERATION

1. Sie haben von Ihrer Chirurgin/Ihrem Chirurgen oder von Ihrer Bezugspflegeperson einen Aufklärungsbogen für die Operation (OP) und einen Anästhesieaufklärungsbogen erhalten. Bitte lesen Sie diese durch und füllen Sie sie aus.

2. Vor der OP erhalten Sie von Ihrer Bezugspflegeperson Antithrombosestrümpfe. Durch den äußeren Druck auf die Venen und die damit verbundene Beschleunigung des Blutflusses unterstützen diese Strümpfe die Vorbeugung einer Beinvenenthrombose.

Für die OP erhalten Sie ein spezielles OP-Hemd. Dieses ist hinten offen und erleichtert das Ausziehen im OP-Saal unter Berücksichtigung Ihrer Intimsphäre. Ziehen Sie die Unterwäsche aus hygienischen Gründen aus. Je nach Art der OP wird Ihnen ein Netzhöschen angeboten. Ungefähr eine Stunde vor der OP sollten Hemd und Strümpfe angezogen sein. Ihre Bezugspflegeperson unterstützt Sie gerne, wenn Sie beim An- und Auskleiden Hilfe benötigen.

3. Während einer OP wird mit Strom gearbeitet. Die Chirurgin/der Chirurg kann mit Hilfe des Stroms Blutgefäße veröden. Jegliches Metall am Körper leitet Strom weiter. Um lokale Verbrennungen zu vermeiden, legen Sie bitte eine Stunde, bevor Sie zur OP abgeholt werden, Zahnprothesen, Hörgeräte, Brille, Schmuck, Haarspangen, Piercings und Uhr ab.

4. Aus hygienischen Gründen und für eine bessere Überwachung während der OP ist es notwendig, dass die Nägel frei von Nagellack sind.

5. Je nach Narkoseart beachten Sie den von der Anästhesistin/dem Anästhesisten vorgegebenen Zeitpunkt, ab dem Sie nicht mehr essen und trinken dürfen. Dadurch vermeiden Sie, dass Speise- und Flüssigkeitsreste während der Narkose bei Husten oder Erbrechen in die Atemwege gelangen.

6. Ihre Wertsachen versperren Sie bitte im Safe Ihres Kastens. Den Safeschlüssel können Sie Ihrer betreuenden Pflegeperson zur Aufbewahrung geben.

7. Je nach Angabe der Anästhesistin/des Anästhesisten erhalten Sie zur Beruhigung eine Tablette. Entleeren Sie Ihre Blase vor Einnahme der Tablette. Die Tablette wirkt unter anderem schlaffördernd und muskelentspannend. Deswegen sollten Sie nach Einnahme der Tablette im Bett liegen bleiben und nur mehr in Begleitung aufstehen.

8. Ungefähr eine halbe Stunde vor der OP werden Sie vom Hol- und Bringer in Ihrem Bett zum OP-Saal gebracht. Im OP-Saal ist es aus hygienischen Gründen kälter als in anderen Räumen. Deswegen ist es üblich, dass Sie während der OP mit einer speziellen Wärmedecke zugedeckt werden. Die Dauer der OP hängt vom geplanten Eingriff ab. Diesbezüglich fragen Sie bitte Ihre Chirurgin/Ihren Chirurgen. Die Zeit des Einschleusens in den OP und die Narkosevorbereitung kann bis zu einer halben Stunde dauern. Das gesamte Team des Rudolfinerhauses und Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt sind daran interessiert, den Ablauf Ihrer OP reibungslos zu gestalten. In seltenen Fällen kann es durch unerwartete Ereignisse zu zeitlichen Änderungen kommen. Wir bitten Sie um Verständnis.

 

DIE ZEIT IM OPERATIONSBEREICH

Am Eingang zum OP-Bereich begrüßt Sie ein Mitglied des OP-Teams. Dort werden Sie von Ihrem Bett auf den OP-Tisch gelegt. Zu Ihrer Sicherheit werden Sie angeschnallt. Das OP-Hemd wird ausgezogen, gleichzeitig werden Sie zugedeckt und erhalten eine Kopfbedeckung. Anschließend werden Sie in den OP-Saal geführt, wo die Anästhesistin/der Anästhesist die Narkose vorbereitet.

 

 

Das OP-Team wird Sie der OP entsprechend auf dem OP-Tisch lagern. Armstützen werden montiert, Kopf und Beine in eine bestimmte Position gebracht. Es kann sein, dass Sie während dieses Prozesses schon schlafen.

 

 

 

DIE ZEIT NACH DER OPERATION

Nach der OP werden Sie im Aufwachraum überwacht. Je nach OP kann die Dauer des Aufenthaltes von einer Stunde bis zum nächsten Tag variieren.

Nebenwirkungen der Narkose können Übelkeit und  Erbrechen sein. Im Aufwachraum werden Sie nach Arztanordnung Infusionen erhalten, welche diese Nebenwirkungen mildern sollen. Begleitend können Sie Maßnahmen der Aromapflege gegen Übelkeit und Erbrechen und zur Schlafförderung in Anspruch nehmen. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an Ihre Bezugspflegeperson.

Je nach Eingriff erhalten Sie während der OP und danach Infusionen. Für eine optimale Schmerzversorgung ist rund um die Uhr gesorgt!

Nach Rücksprache mit den Pflegepersonen des Aufwachraumes können Sie von Ihren Angehörigen Besuch empfangen.

Chirurgin/Chirurg und Anästhesistin/Anästhesist entscheiden, ab wann Sie wieder essen und trinken dürfen. Der Zeitpunkt hängt von der Art der OP und Ihrem Zustand ab. Das Essen wird Ihnen im Aufwachraum oder in Ihrem Zimmer serviert.

Die Chirurgin/der Chirurg und die Anästhesistin/der Anästhesist geben dem Pflegepersonal nach der OP bekannt, ab wann Sie aufstehen dürfen. Die Pflegepersonen im Aufwachraum werden Sie darüber informieren.

Die Narkose und die lange Liegedauer können beispielweise zu niedrigem Blutdruck und Schwindel führen. Deswegen stehen Sie unbedingt das erste Mal nach der OP im Beisein einer Pflegeperson auf.

 

Haben Sie noch weitere Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an Ihre Pflegeperson.

 

Literatur:
/1/ Clarke H. et al. (2012): Preoperative patient education reduces in-hospital falls after total knee arthroplasty. In: Clinical Orthopaedics and Related Research, 470, 244-249
/2/ Johansson et al. (2010): Pre-admission education in surgical rheumatology nursing: towards greater patient empowerement. In: Journal of Clinical Nursing, 19, 2980-2988

 

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