PERIPHERER VENENKATHETER (PVK)

Im Rahmen der medizinischen Behandlung wird ein venöser Zugang in Form eines peripheren Venenkatheters (PVK) angebracht. Dabei handelt es sich um einen Katheter, der im Verlauf einer Vene liegt und über den Medikamente und Infusionen in die Vene (und damit ins Blut) verabreicht werden können.

 

WAS IST EIN PVK?

Ein PVK besteht aus einer Stahlnadel und einem umgebenden Katheter aus Kunststoff. In der Regel wird der PVK in eine oberflächlich verlaufende Vene des Unterarms, des Handrückens oder der Ellenbeuge eingeführt.

 

WIE WIRD EIN PVK ANGELEGT?

  • Der Einstich durch die Haut und in die Vene hinein erfolgt mit der Stahlnadel.
  • Danach wird die Stahlnadel zurückgezogen und der Kunststoffkatheter über die Punktionsnadel langsam in die Vene vorgeschoben.
  • In der Vene verbleibt somit nur mehr ein dünner biegsamer Schlauch.
  • Damit der PVK nicht aus der Vene herausrutschen kann, wird er mit einem speziellen wasserfesten Pflaster befestigt.

 

  • Der PVK wird mit einer sterilen Kochsalzlösung ohne medikamentösem Zusatz durchgespült, um zu prüfen, ob der PVK richtig „liegt“.
  • In weiterer Folge wird nach dem Beenden einer Infusion und dem Verschließen des PVK gespült, um in dem dünnen Schlauch verbleibende Medikamenten- oder Blutrückstände zu entfernen.

 

 

WOZU WIRD EIN VERLÄNGERUNGSSTÜCK  BENÖTIGT?

Zur schonenden Handhabung, Vermeidung von Blutrückfluss und Vermeidung von mechanischen Reizen der Vene durch Bewegung (wie z.B. Wechsel von Infusionsschläuchen) wird ein Verlängerungsstück am PVK angeschraubt.

 

WIE SCHMERZHAFT IST DAS LEGEN EINES PVK?

  • Der Schmerz beim Legen eines PVK entspricht dem Schmerz einer Blutentnahme.
  • Bei Kindern oder hochempfindlichen Patientinnen/Patienten kann 15 Minuten vor dem Stechen des PVK eine die Haut betäubende Salbe auf die geplante Punktionsstelle aufgetragen werden.

 

 

WIE WIRD DER PVK GESCHÜTZT?

  • Ein Gaze-Tupfer mit elastischem Netzschlauch schützt den PVK außerhalb der medikamentösen Therapie.
  • Sie können mit dem Schutzverband Duschen. Danach erhalten Sie einen neuen Schutzverband.

 

 

WAS IST BEI EINEM LIEGENDEN PVK ZU BEACHTEN?

Um eine gute Funktion des PVK zu erhalten, beachten Sie bitte folgende Punkte:

  • Tragen Sie keinen Schmuck und keine Uhr in unmittelbarer Nähe des PVK.
  • Greifen Sie den PVK aus hygienischen Gründen nicht an.
  • Melden Sie sich, wenn sich das Fixationspflaster ablöst oder der Schutzverband feucht geworden oder verschmutzt ist.

 

 

WIE LANGE KANN DER PVK BELASSEN WERDEN?

Der PVK wird belassen, solange er problemlos funktioniert und keine Entzündungszeichen auftreten. Ihre betreuende Pflegeperson wird regelmäßig den PVK auf folgende Zeichen begutachten:

  • Rötung der Einstichstelle
  • Rötung und tastbare Verhärtung im Verlauf der Vene
  • Verlegung des PVK (keine Flüssigkeit kann mehr eingespritzt werden)
  • Bildung einer „Flüssigkeitsbeule“ unter der Haut an der Einstichstelle
  • Austritt von Flüssigkeit oder Sekret aus der Einstichstelle
  • Schmerzen an der Einstichstelle

 

Sobald erste Entzündungszeichen auftreten, muss der PVK entfernt werden! Bitte melden Sie sich, sobald Sie Schmerzen im Bereich des PVK haben oder sonstige Auffälligkeiten beobachten!
Erste Entzündungszeichen wie Schmerzen, Rötung und Verhärtung der betroffenen Vene können gut mit einer Salbe bzw. einem Topfenwickel behandelt werden.

 

WAS IST NACH DEM ENTFERNEN DES PVK ZU BEACHTEN?

Nach Beenden der intravenösen Therapie bzw. bei Wechsel des PVK wird das Pflaster gelöst und der Katheter herausgezogen. Zur Vermeidung eines möglichen Blutaustritts an der Einstichstelle drücken Sie bitte, wie nach einer Blutentnahme, einige Minuten mit einem Tupfer auf die Einstichstelle.

Bitte verlassen Sie nicht den Spitalsbereich, bevor Ihnen der PVK entfernt wurde!

 

Haben Sie noch weitere Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an Ihre Pflegeperson.

 

Literatur:
/1/ Dougherty, L. & Lister, S. (2015). The Royal Marsden Manual of Clinical Nursing Procedures (9th edition). Oxford: Blackwell Publishing.
/2/ Joanna Briggs Institute (2008). Management of peripheral intravascular devices. Best Practice, Evidence based information sheets for health professionals, 12(5), 1-4.
/3/ MA 15, Gesundheitsdienst der Stadt Wien/Arbeitskreis für Hygiene in Gesundheitseinrichtungen (2015). Richtlinie für hygienisch korrekten Umgang mit peripheren Venekathetern.

 

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