Evidence-based Nursing

Evidence-based Nursing wird als eine Denk- und Arbeitsrichtung verstanden, die problem- und handlungsorientiert von der konkreten Praxissituation ausgeht und ihre Entscheidungsfindung auf verschiedene Wissensquellen stützt: Forschung, klinische Expertise, Patientenerfahrungen/-präferenzen und lokale Daten/Ressourcen. (Rycroft-Malone et al., 2004)
- Download: Konzept "Evidence-based Nursing im Rudolfinerhaus" (PDF-Format)

Forschung
Forschung im Rahmen von Evidence-based Nursing bedeutet, den Patientinnen/Patienten eine Pflege anzubieten, die auf wissenschaftlich erwiesenem Wissen basiert.
Um wissenschaftliches Wissen in der pflegerischen Praxis zu implementieren, finden im Rudolfinerhaus folgende Projekte statt: Überarbeitung von hausinternen Pflegestandards anhand von Forschungswissen und Erfahrungswissen der Pflegenden unter Miteinbezug der Patientinnen/Patienten. Forschungsanwendungsprojekte, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu transferieren und implementieren. Hinterfragen von alltäglichen pflegerischen Praktiken und Bearbeiten von daraus entstehenden Fragestellungen anhand von Forschungsliteratur.

Klinische Expertise
Klinische Expertise, die auf reflektiertem beruflichen Fach- und Erfahrungswissen basiert, ist ein wichtiger Bestandteil von Evidence-based Nursing.
Ein zentrales Thema für die Entwicklung der klinischen Expertise der Pflegenden im Rudolfinerhaus stellt unter anderem die pflegerische Einschätzung der Patientensituation (Pflegediagnostik) im Rahmen des Pflegeprozesses dar. Lernen und Weiterentwickeln durch Reflexion sind wichtige Ziele von Projektarbeiten zu diesem Themenbereich.

Patientenpräferenzen
Erfahrungen, Werte und Präferenzen der Patientinnen/Patienten sind wichtige Faktoren bezogen auf die Entscheidungsfindung im Rahmen von Evidence-based Nursing.
Konkret bedeutet der Bereich Patientenpräfenzen im Rudolfinerhaus: Patientenbezogene Informationen sammeln zu Wissen, Erfahrungen, Werten, Vorstellungen und Wünschen bezogen auf die individuelle Betreuungssituation. Informationen an die Patientinnen/Patienten weitergeben zu pflegerischen Maßnahmen, möglichen Alternativen und Konsequenzen von pflegerischen Maßnahmen. Aktive Miteinbeziehung der Patientinnen/Patienten in die pflegerische Betreuung anbieten und die individuell gewünschte Teilnahme an pflegerischen Entscheidungen berücksichtigen.

Lokale Daten und Ressourcen
Lokale Daten und Ressourcen stellen eine wichtige Informationsquelle für die klinische Entscheidungsfindung da.
Beispiele für systematische Datenerfassung im Rudolfinerhaus sind die kontinuierliche Sturzerfassung, Erfassung von Hautveränderungen sowie die Patientenbefragungen zur Bewertung der angebotenen Leistungen. Diese Ergebnisse stellen institutionsbezogenes Wissen zur Verfügung, das sowohl die individuelle, patientenbezogene Entscheidungsfindung unterstützt, als auch auf Institutionsebene konkrete Hinweise zu Optimierungsmaßnahmen liefert.



