Chronik

1875 Gründung des Rudolfinervereins durch Gustav Jurié.
1879 Der Verein konstituiert sich neu, der Chirurg Theodor Billroth wird treibende Kraft. Hans Graf Wilczek wird erster Präsident des Rudolfinervereins, Kronprinz Rudolf kann als Protektor gewonnen werden.
1880 Der Verein nennt sich „Rudolfiner-Verein zur Erbauung und Unterhaltung eines Pavillon-Krankenhausesbehufs Heranbildung von Pflegerinnen für Kranke und Verwundete in Wien“.
1881 Abhaltung des 1. Pflegerinnenkurses in der Wiener Handelsakademie.
1882 Gründung des Rudolfinerhauses; Bau einer Baracke mit 20 Betten. Die ersten Verwundeten werden aufgenommen.Billroth wird Direktor, sein Privatassistent Robert Gersuny Primararzt und Primitive von Villa-Secca Oberin.
1883 Marie von Erlach wird Oberin.
1885 Eröffnung des Rudolf-Pavillons.
1891 Das Zentralgebäude mit Operationssaal und Ambulanz wird fertiggestellt.
1894 6. Februar: Theodor Billroth stirbt. Robert Gersuny tritt die Nachfolge als Direktor an.
1895 Der Billroth-Pavillon wird eröffnet.
1902 Else Reichel übernimmt das Amt der Oberin.
1903 Rudolfinerinnen übernehmen die Pflege auf einigen Abteilungen im Karolinen-Kinderspital.
1905 Eröffnung des Wirtschaftsgebäudes.
1907 Der Wilczek-Pavillon ist fertiggestellt.
1910 Oberin Reichel tritt nach ihrer Heirat mit Prim. Moszkowicz aus. Neue Oberin wird Marie-Caroline Apór zu Altorja.
1912 Übereinkommen mit dem Patriotischen Hilfsverein vom Roten Kreuz; entbehrliche Schwestern sind auf Verlangen dem Roten Kreuz zur Verfügung zu stellen. 14 Pflegende sind zum Einsatz im Balkankrieg.
1914 Plötzlicher Tod von Oberin Apór. Annemarie Neipperg tritt ihre Nachfolge an. Hans Graf Wilczek tritt als Präsident des Rudolfinervereins zurück, Dr. Jaroslav Graf Thun-Hohenstein übernimmt dieses Amt. Erste staatliche Regelung der Krankenpflegeausbildung; durch den Kriegsbeginn wird die Reorganisation der Schule verschoben. Der Patriotische Hilfsverein vom Roten Kreuz Niederösterreich übernimmt während des Krieges die Verwaltung des Rudolfinerhauses, es wird Lazarett. Die Bettenanzahl wird von 100 auf 360 erhöht. Der Schulbetrieb ist aus Platzmangel nur eingeschränkt möglich. Viele Pflegende arbeiten an verschiedensten europäischen Kriegsschauplätzen.
1918 Das Haus ist nach dem Kriegsende in einem desolaten Zustand, es wird wieder Zivilspital. Annemarie Neipperg beendet ihre Tätigkeit als Oberin aus gesundheitlichen Gründen, Alice Pietzcker wird ihre Nachfolgerin.
1919 In der „I. und II. Verpflegsklasse“ wird freie Ärztewahl eingeführt. Eine geburtshilfliche Abteilung wird im Rudolfpavillon eröffnet. Die Krankenpflegeschule erhält die staatliche Genehmigung.
1921 Prof. Anton Eiselsberg wird Präsident des Rudolfinervereins.
1923 Kauf eines Hauses in Küb als „Schwesternerholungsheim“.
1924 Direktor Gersuny stirbt, Prof. Otto Frisch wird Direktor.
1934 Die Rudolfinerin Anna Schwarzenberg wird geschäftsführende Sekretärin des Weltbundes der Krankenpflegerinnen in Genf.
1938 Einmarsch Hitlers: Der Rudolfinerverein wird aufgelöst. Das Rudolfinerhaus wird ins Deutsche Rote Kreuz eingegliedert und heißt nun „DRK-Billrothkrankenhaus“. Oberin Pietzcker flieht vor den Nationalsozialisten in die Schweiz. Alba Alberti wird Oberin.
1939 Kriegsbeginn. Das „DRK-Billrothkrankenhaus“ wird großteils Lazarett. Die Pflegenden werden an verschiedenste Kriegsschauplätze gesandt. Der Chefarzt Prof. Frisch wird von den Nationalsozialisten abgesetzt.
1942 Am Emil v. Behring Kinderkrankenhaus (Karolinen-Kinderspital) eröffnet die „DRK-Billrothschwesternschaft“ eine Säuglings- und Kinderkrankenpflegeschule.
1945 15. März: Bei einem Bombenangriff kommen im Rudolfinerhaus sechs Mitarbeiter ums Leben, einige beim Versuch PatientInnen zu retten. Das Rudolfinerhaus ist größtenteils zerstört, die PatientInnen werden in andere Krankenhäuser verlegt. Am 2. April fliehen Pflegende vor der russischen Besatzung nach Mehrerau bei Bregenz. Einige Pflegende kommen in Kriegsgefangenschaft. Im Oktober Wiedereröffnung eines Teils des Rudolfinerhauses. Fernanda Bianchi wird Oberin. Der Rudolfinerverein konstitutiert sich wieder mit Hans Zacherl als Präsident. Das Rudolfinerhaus wird als ehemaliges Deutsches Eigentum unter öffentliche Verwaltung gestellt.
1948 Das Rudolfinerhaus geht wieder in das Eigentum des Rudolfinervereins zurück.
1949 Hans Zacherl tritt als Präsident des Rudolfinervereins, Fernanda Bianchi als Oberin zurück. Otto Frisch übernimmt das Präsidentenamt, Alba Alberti wird wieder Oberin, der Chirurg Hans Winkler wird Direktor.
1956 Leopold Schönbauer wird Präsident des Rudolfinervereins.
1958 Ein neues Schulgebäude wird eröffnet, durch eine Spendenaktion des „Komitee der Freunde der Schwesternschaft der Rudolfinerinnen“ kann es finanziert werden
1960 Oberin Alberti geht in Pension, Gertrude Finze wird Oberin und hält diese Funktion bis 1964 inne.
1963 Herbert Kraus wird Präsident.
1964 Hedwig Strobl leitet interimistisch den Pflegedienst.
1967 Hedwig Kreuzer wird Oberin.
1972 Tassilo Antoine wird Präsident des Rudolfinervereins. Oberin Kreuzer geht in Pension. Das Rudolfinerhaus ist in einer finanziellen und personellen Krise, viele Rudolfinerinnen verlassen das Haus. Die darauf folgenden Oberinnen Therese Bergmann und Maria Reitmeyer geben nach Bemühungen um Verbesserungen auf.
1975 Die Leitung wird vollständig neu besetzt. Dr. Kurt Grimm wird Präsident, der Internist Dr. Osama Hamid Direktor. Elisabeth Seidl übernimmt die Pflegedienstleitung. Die folgenden Jahre sind geprägt durch Um- und Neubauten des Hauses. Der Pflegedienst wird neu organisiert und international ausgerichtet.
1981 Dr. Josef Dézsy übernimmt die kaufmännische Leitung.
1989 Prof. Karl Fellinger wird Präsident des Rudolfinervereines.
1992 Das Rudolfinerhaus beherbergt bis 1999 das erste Österreichische Universitätsinstitut für Pflegeforschung der Universität Linz. Leiterin ist Dr. Elisabeth Seidl.
1995 Prof. Dr. Eduard Gitsch übernimmt das Amt des Präsidenten.
1996 Dr. Elisabeth Seidl habilitiert im Fach Pflege an der Universität Linz. Sie ist die erste österreichische Universitätsdozentin für Pflege.
1999 Direktor Prim. Hamid geht in Pension. Prof. DDr. Gerold Porenta übernimmt die ärztliche Leitung. Prof. Dr. Josef Dézsy wird Direktor und hat dieses Amt bis 2001 inne.
2000 Mag. Silvia Kühne-Ponesch wird Leiterin des Pflegedienstes und Schuldirektorin.
2001 Neuer Präsident des Rudolfinervereins wird Prof. Dr. Michael Zimpfer.
2001 Im Rudolfinerhaus wird für die Patienten ein Hotelservice eingeführt, zu dieser Zeit ein Novum in einem österreichischen Krankenhaus.
2002 Diplom-Krankenhausbetriebswirt Peter Sloup wird kaufmännischer Leiter. Prim. Univ.Prof. Dr. Lothar Wicke wird neuer Ärztlicher Direktor
2003 DGKS Erika Knett, MAS wird neue Direktorin des Pflegedienstes. Mag. Helga Schneider übernimmt die Stelle als Schuldirektorin. Die alte karierte Tracht der Pflegenden wird endgültig durch eine bequeme moderne Dienstkleidung ersetzt.
2005 Prof. Dr. Shapour Djavan wird ärztlicher Leiter.
2007 Im Dezember erhält das Rudolfinerhaus als erstes privates Belegspital eine hausweite Zertifizierung nach ISO.
2008 Die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege geht eine Kooperation mit der Paracelsus Medizinischen Universität in Salzburg ein. Die Studierenden der Schule können nun sowohl die Berufsberechtigung für die allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege als auch den Bakkalaureatsgrad des Studiums der Pflegewissenschaft erlangen.
2008 Prof. Dr. Josef Schwarzmeier übernimmt das Präsidentenamt im Rudolfinerverein.
2009 Frau DGKS Ruth Deutsch-Hohberg, MAS übernimmt die Stelle der Pflegedirektorin, Frau Mag. Barbara Harold, MBA wird Schuldirektorin. Prim. Univ. Prof. Dr. Paul Aiginger wird ärztlicher Leiter.
2009 Im Oktober wird Gouverneur a.D. Dr. Klaus Liebscher neuer Präsident des Rudolfinervereins.
Bilder zur Geschichte

Theodor Billroth, der Gründer des Rudolfinerhauses

Der Rudolf-Pavillon 1885

Erster Spaziergang nach der Operation

Lazarett des Roten Kreuzes 1914-1918

Rooming-in auf der Geburtshilfe
ca. 1925

Operation um 1940

Das durch Bomben zerstörte
 Rudolfinerhaus 1945

Neugeborenes im Rudolfinerhaus
1967

Ein Krankenzimmer 1982

2001 wurde ein Hotelservice eingeführt

Das Rudolfinerhaus heute